Unser Leitfaden für Hotellerie und Gastronomiebetriebe für die Planung und den Aufbau von Ladeinfrastruktur

Unser Leitfaden für Hotellerie und Gastronomiebetrieb
Die Planung und der Aufbau privater Ladeinfrastruktur für Elektroautos in einem Hotel erfordern die Berücksichtigung mehrerer wesentlicher Punkte. Zunächst muss eine umfassende Standortanalyse durchgeführt werden, um die optimalen Positionen der Ladepunkte festzulegen, zum Beispiel in der Tiefgarage oder auf dem Parkplatz. Dabei ist sicherzustellen, dass die Ladepunkte leicht zugänglich und gut sichtbar sind.
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Bei den technischen Anforderungen ist die Wahl der Ladeleistung entscheidend, wobei zwischen AC-Ladestationen mit 11 kW oder 22 kW und DC-Schnellladestationen unterschieden werden kann. Es ist wichtig, die vorhandene Elektrik auf ihre Kapazität zu überprüfen und gegebenenfalls Erweiterungen oder Verstärkungen der Stromversorgung zu planen. Ein Lastmanagementsystem hilft dabei, Spitzenlasten zu vermeiden und die Stromkosten zu optimieren.
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Die rechtlichen Aspekte umfassen die Klärung baurechtlicher Genehmigungen und die Einhaltung relevanter Vorschriften und Normen wie der EVU TAB und VDE-Normen in Deutschland.
Für die Finanzierung sollten detaillierte Kostenkalkulationen erstellt und mögliche Förderprogramme genutzt werden, um die Investitionskosten zu senken.
Beim Betreiberkonzept muss entschieden werden, ob das Hotel die Ladeinfrastruktur selbst betreiben oder einen externen Betreiber beauftragen möchte. Ein nutzerfreundliches Abrechnungssystem sollte implementiert werden, beispielsweise per RFID-Karte, App oder Kreditkarte.
Die Integration der Ladeinfrastruktur in das Hotelkonzept ist ebenfalls wichtig. Gäste sollten über die Verfügbarkeit und Nutzung informiert werden, etwa durch Informationen auf der Hotelwebsite, in der Lobby oder im Zimmer. Zusatzservices wie die Reservierung von Ladeplätzen oder die Reinigung des Fahrzeugs während des Ladevorgangs können das Angebot abrunden.
Regelmäßige Wartung und technischer Support gewährleisten die Betriebssicherheit der Ladestationen. Zudem sollte die Skalierbarkeit der Infrastruktur bei steigender Nachfrage berücksichtigt und technologische Entwicklungen im Auge behalten werden.
Nachhaltigkeit spielt eine bedeutende Rolle. Der Betrieb der Ladestationen mit Ökostrom und die Integration der Ladeinfrastruktur in das allgemeine Nachhaltigkeitskonzept des Hotels können die Attraktivität für umweltbewusste Reisende erhöhen.
Die Ladeinfrastruktur kann zudem als Marketinginstrument genutzt werden, um das Hotel für umweltbewusste Reisende attraktiver zu machen, und Partnerschaften mit Elektroauto-Herstellern oder Mobilitätsanbietern können vorteilhaft sein.

 


 

 

Einnahmemöglichkeiten durch Ladeinfrastruktur

Hotels können auf verschiedene Weise Einnahmen aus der Ladeinfrastruktur für Elektroautos generieren. Direkte Einnahmen durch Ladegebühren, verschiedene Tarifmodelle und Pauschalangebote für Gäste wie die Integration in Übernachtungspakete sind Möglichkeiten. Auch die Vermarktung von Ladezeiten, Premium-Ladeplätze und Kooperationen mit Automobilherstellern und Energieversorgern bieten Einnahmequellen.

Marketing und Cross-Selling können die Attraktivität des Hotels erhöhen. Steuerliche Vorteile und Fördermittel sollten genutzt werden, um die Investitionskosten zu senken. Der Verkauf von Ökostrom-Zertifikaten und Skaleneffekte durch größere Projekte können ebenfalls zur Kostendeckung beitragen.

 


 

 

Förderprogramme in Bayern

  • „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Bayern 2.0“:

Dieses Programm unterstützt den Aufbau von öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur und zielt darauf ab, den flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur in Bayern zu fördern. Anträge können von Unternehmen, Kommunen und weiteren Interessierten eingereicht werden​ (BayStMWi)​​ (BayStMWi)​.

  • „Tourismus in Bayern – fit für die Zukunft“:

Dieses Programm unterstützt speziell touristische Betriebe, einschließlich Hotels, beim Aufbau von Ladeinfrastruktur. Gefördert werden Ladepunkte für Elektroautos mit bis zu 1.500 Euro pro Säule (bis zu 90 % der Kosten). Dieses Programm fördert auch Ladepunkte für E-Bikes, was den umweltfreundlichen Tourismus weiter unterstützt​ (Bayern)​.

Zusätzlich können auch Förderungen des Bundes in Anspruch genommen werden, wie z.B. die KfW-Förderung für Ladeinfrastruktur, die ebenfalls für Hotels und Gaststätten verfügbar ist.

Diese Förderprogramme bieten eine attraktive Möglichkeit, die Kosten für den Aufbau der Ladeinfrastruktur erheblich zu senken und gleichzeitig einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Attraktivität des eigenen Angebots zu leisten. Weitere Informationen und detaillierte Antragsbedingungen finden Sie auf den Webseiten der Bayerischen Staatsregierung und der Bayern Innovativ GmbH​ (BayStMWi)​​ (bayern-innovativ.de)​.

 


 

 

Abrechnung von Ladevorgängen

Für die Abrechnung von Ladevorgängen stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. RFID-Karten und Kooperationen mit Anbietern von Ladekarten, mobile Apps und die Integration in das Property Management System des Hotels ermöglichen eine flexible und benutzerfreundliche Lösung. Kreditkarten- und EC-Kartenzahlung direkt an der Ladesäule sowie Pay-per-Use-Systeme mit QR-Code-Zahlung bieten weitere Optionen.

 


 

 

THG-Quote

Ein Hotelbetreiber kann mit dem Betrieb von Ladestationen für Elektroautos von der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) profitieren. Dazu müssen die Ladepunkte bei der Bundesnetzagentur gemeldet und die Strommenge exakt erfasst werden. Durch den Verkauf der THG-Quote an Quotenvermittler können regelmäßige Einnahmen generiert werden. Ein intelligentes Lastmanagement und die Erhöhung der Auslastung der Ladestationen können die Effizienz und die Einnahmen weiter steigern.

Die Nutzung der THG-Quote ermöglicht es Hotelbetreibern, durch den Betrieb von Ladestationen nicht nur einen Beitrag zur Umwelt zu leisten, sondern auch zusätzliche Einnahmen zu generieren. Es lohnt sich, die notwendigen Schritte zur Registrierung und Vermarktung der Quote sorgfältig zu planen und umzusetzen.

 


 

Vorteile für den Hotelbetreiber:

  • Zusätzliche Einnahmequelle: Der Verkauf der THG-Quote stellt eine zusätzliche und relativ unkomplizierte Einnahmequelle dar.
  • Förderung der Nachhaltigkeit: Durch die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur für Elektroautos unterstützt das Hotel die Elektromobilität und leistet einen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen.
  • Attraktivität für Gäste: Die Verfügbarkeit von Ladestationen kann ein zusätzlicher Anreiz für umweltbewusste Reisende sein, das Hotel zu wählen.

Fazit

Die Nutzung der THG-Quote ermöglicht es Hotelbetreibern, durch den Betrieb von Ladestationen für Elektroautos nicht nur einen Beitrag zur Umwelt zu leisten, sondern auch zusätzliche Einnahmen zu generieren. Es lohnt sich, die notwendigen Schritte zur Registrierung und Vermarktung der Quote sorgfältig zu planen und umzusetzen.

 

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